01 1104

Die aus der zweizylindrigen Baureihe 01 entstandenen Schnellzuglokomotiven der Baureihe 0110
mit der Achsfolge 2´C1´h3 zählten zu den erfolgreichsten deutschen Dampflokkonstruktionen. Die
Höchstgeschwindigkeit von ursprünglich 150 km/h erreichten die Maschinen durch eine Strom-
linienverkleidung, wobei das Dreizylindertriebwerk wegen der ausgeglicheneren Massenkräfte
der Kurbeltriebe einen ruhigeren Lauf bewirkte.
   
Die 1940 von der Berliner Maschinenbau AG, vormals L. Schwartzkopff gelieferte 01 1104 (Betriebs-
nummer ab 1968: 012 104-6) wurde alsbald von der störenden Verkleidung des Triebwerks befreit
und mit einer normalen Kesselverkleidung ausgerüstet. Auffallend war der vorne liegende Vorwär-
mer und die im oberen Teil waagrecht abgeschnittene Rauchkammertür. In den 50er-Jahren wur-
de der Kessel durch einen geschweißten Kessel mit Verbrennungskammer ersetzt, ein Mischvor-
wärmer und 1956 auch eine Ölhauptfeuerung sowie im Tender ein Tank eingebaut. Mit einer Höchst-
geschwindigkeit von 140 km/h bildete die Baureihe 0110 das Rückgrat im schweren Schnellzug-
dienst der Deutschen Bundesbahn bis in die Mitte der 70er-Jahre.
   
Der Treib-/Kuppelraddurchmesser beträgt 2 m, der Laufraddurchmesser vorne 1 m, hinten 1,25 m.
Die Leistung der 24,13 m langen und 179,5 t schweren dienstbereiten Lok beträgt 2470 PS bei
Ölfeuerung, der Kesselüberdruck beträgt 16 bar, die Öl- und Wasservorräte 13,5 m3 bzw. 38 m3.
   
01 1104 war nach der Ausmusterung bei der DB im Jahr 1974 lange Jahre in England im Privat-
besitz und später in einem Museum. Nach der Rückführung nach Deutschland ist die Lok nach
vielen Jahren der Abstellung an diversen Orten seit 2023 wieder betriebsfähig und wird vom
Verein "Faszination Dampf e.V." für Sonderfahrten eingesetzt.
   
Im Mai 2026 fuhr 01 1104 mit einem Reisebüro-Sonderzug durch Stuttgart-Münster
   
Bild
   
Dampfloks 1:1       Letzte Änderung: 06. Juli 2026 ... © U.S.       Seitenanfang