18 316

Für die Oberrheinstrecke bestellte die Badische Staatsbahn noch während des Ersten Weltkriegs
bei Maffei in München zwischen 1918 und 1920 insgesamt 20 Lokomotiven der Gattung 2´C1´ h4v
(badische IVh). Diese wurden aufgrund der Nachkriegsereignisse jedoch erst ab 1928 im Plan-
dienst eingesetzt; u.a. bespannten sie den Rheingold. Bei der Deutschen Reichsbahn waren die
IVh nie besonders populär, sie wurden in norddeutschen Bahnbetriebswerken (ab 1944 in Bremen)
stationiert, und erst nach einer umfangreichen Aufarbeitung und einigen Verbesserungen war man
mit den Loks zufrieden. Nach dem Krieg wurden alle verbliebenen 19 Lokomotiven abgestellt, die
meisten ausgemustert. Nur 3 Loks erlebten das Ende der 60er-Jahre; sie standen dem Bundes-
bahn-Zentralamt Minden für Erprobungen zur Verfügung und erreichten bei Versuchsfahrten
Geschwindigkeiten von 160 km/h. Neben dem Vierzylinder-Verbundtriebwerk mit Zylinderdurch-
messern von 44 bzw. 68 cm ist an der IVh insbesondere der Treib- und Kuppelraddurchmesser
von 2,1 m bemerkenswert; damit übertrafen sie alle anderen Schnellzuglokomotiven der DB.
   
18 316 wurde als Denkmal in Potts Park bei Minden abgestellt und von dort erst Anfang der 90er-
Jahre vom Landesmuseum für Technik in Mannheim übernommen. Dieses veranlaßte die betriebs-
fähige Aufarbeitung der Lok im polnischen Ausbesserungswerk Pila. Von 1995 bis zur Abstellung im
Landesmuseum in Mannheim im April 2002 war 18 316 die einzige betriebsfähige badische IV h.
   
Die Leistung beträgt 1950 PS, der Kesselüberdruck 15 bar, die Höchstgeschwindigkeit 140 km/h,
die Länge über Puffer 23,23 m, der vordere und hintere Laufraddurchmesser 0,99 bzw. 1,2 m.
Gekuppelt waren die Maschinen mit Tendern der Bauart 2´2 T 29,6 mit einem Wasservorrat
von 29,6 m3 und einem Kohlevorrat von 9 t; das Gewicht der dienstbereiten Lok ohne Tender
beträgt 97 t, mit Tender knapp 140 t.
   
122 kB Sound der 18 316 (aufgenommen in Nördlingen im Juni 1999) Sound
   
Im Mai 1996 war 18 316 in Dresden unterwegs
   
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Dieses Bild entstand in Nürnberg im Oktober 1997
   
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Im Juni 1999 war 18 316 zwischen Böblingen und Stuttgart als Schublok unterwegs
   
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Im Juni 2000 war 18 316 auf der Gäubahn anzutreffen
   
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Auf ihrer letzten Fahrt wurde 18 316 im April 2002 von Heilbronn nach
Mannheim, zur Abstellung im Museum, von einer AVG-Diesellok geschleppt
   
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